Mit einem festlichen Sommerempfang im Klostergarten des HeimatGenuss im Brückmüller feierte die Freiwilligenagentur Amberg am Samstag, 27. Juni, ihr 15-jähriges Bestehen. Rund 70 Ehrenamtliche, Unterstützerinnen und Unterstützer, Sponsoren sowie Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Amberg kamen zusammen, um das Jubiläum zu begehen und das vielfältige ehrenamtliche Engagement in Amberg zu würdigen.

Nach dem Sektempfang eröffnete Leiterin Elisabeth Triller die Veranstaltung und begrüßte die Gäste. In ihrer Ansprache stellte sie das Ehrenamt in den Mittelpunkt: „15 Jahre voller Ideen, Begegnungen und Engagement – vor allem aber feiern wir heute die Menschen, die unsere Freiwilligenagentur mit Leben füllen.“

Oberbürgermeister Michael Fritz dankte den zahlreichen Ehrenamtlichen für ihren unverzichtbaren Einsatz für die Amberger Stadtgesellschaft und betonte die große Bedeutung des bürgerschaftlichen Engagements für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Auch Sozialreferentin Susanne Augustin würdigte in ihrem Grußwort die Entwicklung der Freiwilligenagentur und das langjährige Engagement aller Beteiligten.

Einen besonderen Höhepunkt bildete der Rückblick von Amtsleiter Martin Reinhardt, der die Entwicklung der Freiwilligenagentur von den Anfängen bis heute nachzeichnete. Er erinnerte daran, dass der Stadtrat bereits im Februar 2010 die Gründung eines Koordinierungszentrums für bürgerschaftliches Engagement beschlossen hatte. Mit der Einstellung der ersten Leiterin Catherine Dill nahm die Freiwilligenagentur am 1. Juni 2011 ihre Arbeit auf. Bereits wenige Monate später wurden die ersten Ehrenamtlichen gewonnen, eine digitale Freiwilligendatenbank eingerichtet und die Grundlagen für die heutige Erfolgsgeschichte geschaffen.

Schon 2012 starteten mit den Lesepaten und dem Besuchsdienst die ersten eigenen Projekte. Gleichzeitig entstand die digitale Freiwilligenbörse, die heute zahlreiche Einsatzmöglichkeiten für ehrenamtliches Engagement bietet. Ein besonderes Erfolgsmodell entwickelte sich ab 2013 mit der Bayerischen Ehrenamtskarte. Wurden damals zunächst 15 Karten ausgegeben, sind heute knapp 1.000 Bayerische Ehrenamtskarten im Umlauf. Parallel dazu ist das Netzwerk der Akzeptanzstellen kontinuierlich gewachsen: Inzwischen beteiligen sich 239 Betriebe in Amberg und würdigen das ehrenamtliche Engagement mit attraktiven Vergünstigungen.

Auch auf gesellschaftliche Herausforderungen reagierte die Freiwilligenagentur stets schnell und unbürokratisch. Während der Flüchtlingsbewegung 2016 engagierten sich 62 Ehrenamtliche unter anderem in der Essens- und Kleiderausgabe, in der Kinderbetreuung sowie als Integrationspatinnen, Integrationspaten und Dolmetscher. Aus diesem Einsatz entstanden langfristige Angebote wie der Dolmetscherpool und das Welt-Frauen-Café. Für dieses außergewöhnliche Engagement erhielt die Freiwilligenagentur 2019 den Integrationspreis der Regierung der Oberpfalz.

Während der Corona-Pandemie organisierte die Freiwilligenagentur Nachbarschaftshilfen, Einkaufshilfen sowie die Verteilung selbst genähter Mund-Nasen-Masken und stellte ihre Arbeit gleichzeitig auf digitale Formate um. Aus diesem Digitalisierungsschub entstand 2022 das Projekt „Digitale Kompetenz stärken“, in dem Ehrenamtliche Bürgerinnen und Bürger im Umgang mit Smartphone, Tablet und Laptop unterstützen. Parallel dazu übernahm die Freiwilligenagentur seit Beginn des Ukrainekrieges im Jahr 2022 vielfältige Aufgaben für Geflüchtete – von Integrationspatenschaften über Deutschkurse bis hin zu Freizeitangeboten und Sprachmittlung.

Heute engagieren sich rund 160 Ehrenamtliche in 16 eigenen Projekten der Freiwilligenagentur. Seit ihrer Gründung haben sich mehr als 1.500 Bürgerinnen und Bürger an die Einrichtung gewandt, 82 Organisationen sind auf der Freiwilligenbörse registriert. Zu den etablierten Angeboten zählen unter anderem die Lesepaten, der Besuchsdienst, „Fit für Lehre und Beruf“, Firmenaktionstage, die Ukrainehilfe sowie zahlreiche Integrations- und Bildungsprojekte. Mit der geplanten Vereinsschule soll das Angebot künftig um ein weiteres zukunftsweisendes Projekt erweitert werden.

Martin Reinhardt brachte die Erfolgsgeschichte der vergangenen 15 Jahre abschließend auf den Punkt: „Die Freiwilligenagentur vermittelt nicht nur Ehrenamtliche – sie bringt Menschen zusammen, die lieber anpacken als zuschauen.“ Sein besonderer Dank galt allen Ehrenamtlichen, die mit ihrem Einsatz den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Amberg Tag für Tag stärken.

Im Anschluss wurden langjährige Unterstützerinnen und Unterstützer sowie Spenderinnen und Spender gewürdigt. Als sichtbares Zeichen der Verbundenheit überreichte die Freiwilligenagentur eine Engagement-Aktie an die Wohnungsbau Siedlungswerk Werkvolk eG. Das Unternehmen unterstützt die Anerkennungskultur der Freiwilligenagentur mit einer Spende in Höhe von 2.500 Euro.

Wolfgang Erb, kaufmännischer Vorstand der Wohnungsbau Siedlungswerk Werkvolk eG, betonte bei der Übergabe die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements: „Soziales Engagement und Zusammenhalt sind in der heutigen Zeit wichtiger denn je. Als größte Wohnungsgenossenschaft der Oberpfalz liegt uns ein lebenswertes Amberg besonders am Herzen.“

Sein Kollege Torsten Wolf ergänzte: „Die Freiwilligenagentur steht für Gemeinschaft und soziale Verantwortung – Werte, die auch unser Unternehmen prägen. Deshalb unterstützen wir ihre Arbeit und die Menschen, die sich hier tagtäglich ehrenamtlich für andere einsetzen, sehr gerne.“

Ein besonders emotionaler Moment war die Ehrung von sieben Ehrenamtlichen, die sich seit mehr als zehn Jahren in der Freiwilligenagentur engagieren. Gemeinsam mit ihrem hauptamtlichen Team überreichte Elisabeth Triller persönliche Fotocollagen als Zeichen der Wertschätzung. Gleichzeitig sprach sie auch ihrem Team ihren Dank für dessen tägliches Engagement bei der Organisation und Begleitung der vielfältigen Projekte aus.

Für die musikalische Umrahmung sorgten Marcus Stadler und die NewOrleans Joy Makers, die mit ihrem Programm für beste Stimmung sorgten. Gleichzeitig nutzten die Gäste die Gelegenheit, Marcus Stadler an seinem Geburtstag mit herzlichem Applaus zu gratulieren.

Mit dem traditionellen Bieranstich durch Oberbürgermeister Michael Fritz wurde das Sommerfest offiziell eröffnet. Bei sommerlichen Temperaturen nutzten die Gäste den weiteren Nachmittag für Gespräche, Begegnungen und den gemeinsamen Austausch. Ein Gruppenfoto mit allen Anwesenden hielt das Jubiläum als bleibende Erinnerung fest.

Das 15-jährige Jubiläum machte eindrucksvoll deutlich, welche Bedeutung das Ehrenamt für das gesellschaftliche Miteinander in Amberg hat. Die Freiwilligenagentur ist heute weit mehr als eine Vermittlungsstelle für freiwilliges Engagement – sie ist ein Ort der Begegnung, der Vernetzung und des Zusammenhalts. Das Sommerfest war deshalb nicht nur Anlass zum Feiern, sondern vor allem ein herzliches Dankeschön an alle Menschen, die die Freiwilligenagentur in den vergangenen 15 Jahren mit ihrem Engagement, ihrer Zeit und ihrem Einsatz geprägt haben.